Basis

Der integrale Ansatz

In verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen wird gegenwärtig der integrale Ansatz diskutiert, erforscht und weiterentwickelt, in Wissenschaft, Theorie und Anwendung.
Die phänomenologische Forschung öffnet sich Schritt für Schritt immer mehr und wendet sich hin zu einem integralen Ansatz, der auch versucht konstruierte Widersprüche wie z. B. zwischen Geist und Materie zu überwinden. Er beeinflusst zunehmend die wissenschaftliche Arbeit und bietet reichhaltige praktische Anwendungsmöglichkeiten.

Zu den integralen Vordenkern in Europa zählt u. a. der Kulturphilosoph Jean Gebser, der 1953 in seinem Werk »Ursprung und Gegenwart«, den Begriff des »Integralen« einführte und darin eine höhere Stufe der kulturellen Entwicklung postulierte. Gebser pflegte regen geistigen Austausch mit bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit, wie C. G. Jung, Werner Heisenberg, Pablo Picasso und Garcia Lorca. Er hielt Vorlesungen am Institut für angewandte Psychologie in Zürich und war Professor für vergleichende Kulturlehre in Salzburg.

Ken Wilber (*1949) befasst sich mit der Zusammenführung von Philosophie, Wissenschaft und Religion, sowie den Erfahrungen der Mystiker und der Meditation in Einklang mit der modernen Forschung. Er selbst sieht sich als Protagonist des »Integralen Denkens« und einer integralen Spiritualität. Wilbers Denken fußt u. a. auf den Ideen des deutschen Idealismus, des Advaita Vedanta, des tibetischen Buddhismus, Sri Aurobindo, Jean Gebser, Jean Piaget, Teilhard de Chardin. Er will Stärken und Schwächen verschiedener weltanschaulicher und philosophischer Richtungen aufzeigen und einen theoretischen Rahmen entwickeln, in dem verschiedene Traditionen Platz haben und gewürdigt werden. Deshalb trägt diese Denkrichtung die Bezeichnung Integrale Theorie.

www.if.integralesforum.org

Fußnote 4
Ken Wilber

Ken Wilber
(*1949)

Wilber 4 Quadranten Wilber 4 Quadranten Einige repräsentative Theoretikerinnen in jedem
Quadranten. Die aktuellste Ausarbeitung der 4 Quadranten
Mindfullness at work

Projekt »Mindfulness at Work«,
Europäische Zentralbank Frankfurt/Main